Eine enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Bundeswehr wird künftig immer wichtiger. Deshalb ist Mönchengladbach beim Kommandeurswechsel der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen auch stark präsent gewesen. Die beiden Mönchengladbacher Landtagsabgeordneten Vanessa Odermatt und Jochen Klenner nahmen gemeinsam mit Oberbürgermeister Felix Heinrichs und Vertretern der Reservisten und Offiziersvereinigung aus Mönchengladbach an der feierlichen Kommandoübergabe beim Landeskommando NRW in Düsseldorf teil. Brigadegeneral Walter Schulte hat dort das Kommando von Brigadegeneral Hans-Dieter Müller übernommen. Müller stand drei Jahre an der Spitze des Landeskommandos und beendet nach 44 Jahren seinen aktiven Dienst bei der Bundeswehr.
„Mönchengladbach hat eine lange Tradition als Standort der Bundeswehr und der alliierten Streitkräfte. Gleichzeitig gibt es heute wieder konkrete Perspektiven, dass unsere Stadt als Bundeswehrstandort an Bedeutung gewinnt. Hinzu kommt: Die Herausforderungen bei Landes- und Bündnisverteidigung, Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe machen eine enge Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Stellen wichtiger denn je“, erklären Vanessa Odermatt und Jochen Klenner. Das Landeskommando Nordrhein-Westfalen bilde dabei eine zentrale Schnittstelle zwischen der Bundeswehr, der Landesregierung, den Kommunen und den zivilen Organisationen des Bevölkerungsschutzes.
Mit Brigadegeneral Hans-Dieter Müller habe es in den vergangenen Jahren auch persönlich einen intensiven Austausch gegeben. Bereits früh in seiner Amtszeit folgte Müller einer Einladung nach Mönchengladbach zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung über die veränderte sicherheitspolitische Lage. „Hans-Dieter Müller hat sich nie darauf beschränkt, Sicherheitspolitik hinter Kasernentoren zu diskutieren. Er hat ganz bewusst den Austausch mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gesucht und die veränderte Bedrohungslage verständlich und offen erklärt. Gerade heute ist es wichtig, dass wir über Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und die Aufgaben der Bundeswehr offen mit den Menschen sprechen“, so Odermatt und Klenner.
In seiner dreijährigen Amtszeit absolvierte Müller eine Vielzahl solcher Gespräche und Veranstaltungen im ganzen Land. Auch beim Internationalen Mönchengladbacher Militärwettkampf (IMM) gab es mehrfach Begegnungen und Anknüpfungspunkte mit dem Landeskommando. Wie wichtig zugleich die praktische Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Stellen ist, habe sich zuletzt bei den großen Bränden in der Eifel unmittelbar vor der Haustür Mönchengladbachs gezeigt. Dort unterstützte die Bundeswehr die zivilen Einsatzkräfte. „Solche Ereignisse zeigen sehr konkret: Zivil-militärische Zusammenarbeit ist kein theoretisches Planspiel. Wenn es ernst wird, müssen sich die Verantwortlichen kennen, die Strukturen müssen funktionieren und Unterstützung schnell organisiert werden können“, betonen die beiden Abgeordneten.
Für Mönchengladbach stehen aktuell zugleich konkrete Entscheidungen über die künftige Präsenz der Bundeswehr an. Das ehemalige Joint Headquarters Rheindahlen gehört zu den Liegenschaften, die für eine mögliche stärkere militärische Nutzung geprüft werden. „Das JHQ hat Mönchengladbach über Jahrzehnte geprägt. Nun besteht die Chance, dass dieses Gelände wieder eine größere Bedeutung für die Bundeswehr bekommt. Für unsere Stadt geht es dabei nicht nur um Sicherheitspolitik. Eine neue militärische Nutzung kann Arbeitsplätze, Investitionen und wirtschaftliche Impulse bringen und zugleich neue Perspektiven für Teile des riesigen Areals eröffnen. Deshalb brauchen wir möglichst schnell Klarheit über die Planungen des Bundes“, erklären Odermatt und Klenner.
Ein weiterer Schwerpunkt sei die Zukunft des bestehenden Bundeswehrstandorts in Rheindahlen. Dort befindet sich heute das Zentrum Kraftfahrwesen der Bundeswehr mit zentralen Aufgaben für das militärische Kraftfahrwesen. „Die Zukunft der bisherigen Einrichtungen in Rheindahlen und die Frage, wie sich diese in die neuen Planungen einfügen, müssen gemeinsam betrachtet werden. Genau darüber möchten wir auch mit dem neuen Landeskommandeur im engen Gespräch bleiben“, so die beiden Mönchengladbacher Landtagsabgeordneten.

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