Mönchengladbacher Kitas können von neuer Landesförderung profitieren

03.11.2026

NRW schafft mit den sogenannten „Chancen-Kitas“ neue Möglichkeiten

Mönchengladbacher Kindertageseinrichtungen können künftig von einer zusätzlichen Landesförderung profitieren. NRW schafft mit den sogenannten „Chancen-Kitas“ neue Möglichkeiten, um Einrichtungen mit besonders großen sozialen Herausforderungen gezielt zu unterstützen. Grundlage dafür ist der jetzt veröffentlichte Kita-Sozialindex, mit dem zusätzliche Fördermittel dort ankommen sollen, wo Kinder und Familien sie besonders dringend benötigen. Darauf weisen die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Vanessa Odermatt und Jochen Klenner hin.
Ab dem 1. August 2027 sollen zunächst bis zu 150 sogenannte Chancen-Kitas eine zusätzliche Förderung von jeweils 60.000 Euro jährlich für Kita-Sozialarbeit erhalten. Landesweit stehen dafür neun Millionen Euro pro Kindergartenjahr zur Verfügung. „Wir wollen Kinder möglichst früh fördern und ihnen unabhängig von den Voraussetzungen im Elternhaus gute Chancen für ihren weiteren Bildungsweg eröffnen“, erklärt die Landtagsabgeordnete Vanessa Odermatt, Vorsitzende des Heimat- und Kommunalausschusses im Landtag. Der neue Sozialindex wurde von Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum entwickelt. Die Einstufung erfolgt auf einer Skala von 1 bis 9. Dabei geht es ausdrücklich nicht um die Bewertung der pädagogischen Qualität einer Kita, sondern um die unterschiedlichen sozialen Ausgangsbedingungen und den daraus resultierenden Unterstützungsbedarf.
Die jetzt veröffentlichten Zahlen zeigen, dass der neue Förderansatz gerade für Mönchengladbach von großer Bedeutung sein kann. Von 166 erfassten Kindertageseinrichtungen in der Stadt wurden 20 der höchsten Sozialindexstufe 9 zugeordnet. Weitere 15 Einrichtungen erreichen die Stufe 8 und 20 die Stufe 7. Damit liegen insgesamt 55 Kitas – rund ein Drittel aller erfassten Einrichtungen – in den drei höchsten Bedarfsstufen. Landesweit liegt dieser Anteil dagegen bei rund 13 Prozent. „Das zeigt, wie wichtig es ist, bei der Förderung genau hinzuschauen und die vorhandenen Mittel bedarfsgerecht einzusetzen. Der neue Sozialindex gibt uns dafür ein wichtiges Instrument an die Hand“, betont Jochen Klenner, der viele Jahre als stellvertretender Vorsitzender der Kinderschutzkommission des Landtags gearbeitet hat.
„In vielen Einrichtungen wird bereits wertvolle Arbeit geleistet, die durch unterschiedliche Förderprogramme unterstützt wird. Jetzt kommt es darauf an, die bisherigen Förderungen mit den neuen Möglichkeiten gut zu vernetzen. Deshalb sollte die Stadt gemeinsam mit den freien und kommunalen Trägern frühzeitig prüfen, welche Einrichtungen für das neue Programm infrage kommen“, so Klenner, der auch Sprecher der CDU-Ratsfraktion im Mönchengladbacher Jugendhilfeausschuss ist.
Die neuen Chancen-Kitas sind ein weiterer Baustein zur Stärkung der frühkindlichen Bildung in Nordrhein-Westfalen. Mit der im Juli 2026 vom Landtag beschlossenen Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) wurden weitere Verbesserungen auf den Weg gebracht. Ab dem Kita-Jahr 2027/28 sollen jährlich mehr als 420 Millionen Euro zusätzlich in die Kindertagesbetreuung fließen. Damit werden unter anderem die Finanzierung der Einrichtungen gestärkt, die Sprachförderung weiterentwickelt und zusätzliche Möglichkeiten zur Gewinnung und Entlastung von Fachkräften geschaffen. Ein wesentliches Ziel der Reform ist es, eine hohe pädagogische Qualität in der frühkindlichen Bildung und zugleich verlässliche Betreuungsangebote für Kinder und Eltern sicherzustellen.