Auszeichnung für Albert Handelmann

31.05.2026

Jahrzehntelanges Engagement für Menschen mit Seltenen Erkrankungen gewürdigt

Der Mönchengladbacher Albert Handelmann ist mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Die hohe Ehrung wurde ihm von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann für sein außergewöhnliches und jahrzehntelanges Engagement für Menschen mit Seltenen Erkrankungen verliehen.
"Albert Handelmann hat über viele Jahre hinweg Verantwortung für andere Menschen übernommen. Er steht beispielhaft für diejenigen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten, weil sie sich mit Zeit, Mut, Kraft und Geduld für ihre Mitmenschen einsetzen", würdigte Laumann den Einsatz von Albert Handelmann bei der Feierstunde in Düsseldorf.

Albert Handelmann, geboren in Hildesheim, blickt auf eine vielseitige berufliche Laufbahn zurück. Nach einer Ausbildung zum KFZ-Mechaniker diente er bei der Bundesluftwaffe, arbeitete später im internationalen Bereich der Telekommunikation und war zudem als Gastdozent an einer Technischen Universität tätig.

Ein Wendepunkt in seinem Leben war die eigene Erkrankung am Guillain-Barré-Syndrom (GBS), einer seltenen Nervenerkrankung. Statt sich zurückzuziehen, machte er seine persönliche Erfahrung zur Grundlage eines außergewöhnlichen Einsatzes für andere Betroffene. Seit mehr als 25 Jahren engagiert er sich für Menschen mit Seltenen Erkrankungen, die sich häufig allein gelassen fühlen und vor besonderen Herausforderungen stehen.

Mit großem Einsatz hat Handelmann Selbsthilfegruppen aufgebaut, Betroffene zusammengeführt und ihnen eine Heimat gegeben. Er schuf Netzwerke und Anlaufstellen, in denen Menschen Gemeinschaft erfahren, Informationen erhalten und neue Kraft schöpfen können. Durch den Austausch mit Ärzten, Wissenschaftlern und Fachleuten – auch auf internationaler Ebene – trug er dazu bei, Wissen über Seltene Erkrankungen zu verbreiten sowie Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern.

Besondere Bedeutung haben dabei die von ihm initiierten bundesweiten Informationsveranstaltungen, die Betroffene, Angehörige, Mediziner und Wissenschaft miteinander vernetzen. "Albert Handelmann hat Brücken gebaut, den Dialog gefördert und das öffentliche Bewusstsein für die Situation von Menschen mit Seltenen Erkrankungen nachhaltig gestärkt", sagte Karl-Josef Laumann in seiner Laudatio.

„Bereits vor 15 Jahren wurde sein Engagement erstmals ausgezeichnet. Doch Albert Handelmann hat nicht aufgehört, sondern seinen Einsatz konsequent fortgesetzt. Sein von Menschlichkeit geprägtes Wirken hat unzähligen Menschen geholfen und verdient höchste Anerkennung“, betonte der Gesundheitsminister.

Zu den ersten Gratulanten gehörten die beiden Mönchengladbacher CDU-Landtagsabgeordneten Vanessa Odermatt und Jochen Klenner. Die Vorsitzende der Mönchengladbacher Senioren Union Angelika Schürings betonte das herausragende Engagement von Handelmann, um das er aber nie ein großes Aufhebens mache und selten im Mittelpunkt stünde. Auch Vertreter der Reservisten und natürlich der Selbsthilfegruppen zu Seltenen Erkrankungen und die Familie von Albert Handelmann waren in Düsseldorf dabei. Sie freuten sich, dass mit der Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse sein außergewöhnliches Lebenswerk diese besondere Würdigung erhielt.

Fotos: Kötz MAGS NRW